„Logistik ist eine Frage des Vertrauens“


Der CEO von Kühne+Nagel über das Leistungsversprechen der Logistik in Coronazeiten, die Bedeutung langfristiger Kundenbeziehungen und den Weg zur Klimaneutralität.

 
 

Kaum eine Branche ist näher am Puls der Zeit als die Logistik. Das zeigte sich Anfang 2020, als die Welt in weiten Teilen noch in Ordnung war. Bei Kühne+Nagel hingegen kamen bereits in der ersten Januarwoche Krisenteams zusammen, um die unmittelbaren Auswirkungen eines neu aufgetretenen Virus auf die Logistik zu beurteilen. „Zu Beginn war die allererste Priorität die Sicherheit unserer Mitarbeitenden vor Ort“, sagt Dr. Detlef Trefzger, CEO von Kühne+Nagel. Schon bald ging es auch um operative Fragen – wie die internationalen Warenflüsse gewährleistet werden, wenn die Fabriken nach dem chinesischen Neujahrsfest für mehrere Wochen geschlossen blieben.

„In diesen ersten, kritischen Wochen konnten wir gegenüber unseren Geschäftspartnern unter Beweis stellen, dass wir ein verlässlicher Partner sind“, sagt Detlef Trefzger. Unter erschwerten Bedingungen stellte Kühne+Nagel sicher, dass die Güter der Kunden auch in Pandemiezeiten auf dem best- und schnellstmöglichen Weg von A nach B finden. Mehr denn je baute Kühne+Nagel Brücken – symbolische Brücken zwischen den Kulturen, aber auch Luftbrücken von China nach Europa für Covid-19-Schutzmaterialien. „Gerade in Krisenzeiten ist Vertrauen das Bindeglied zwischen den Auftraggebern und den Abnehmern unserer Logistikdienstleistungen“, betont Detlef Trefzger.
 

Praxistaugliche Unternehmensstrategie

Auch aus Unternehmenssicht war das Ausnahmejahr 2020 für Kühne+Nagel erfolgreich: Das siebte Jahr in Folge konnte mit 1,1 Mrd. Schweizer Franken EBIT ein erneutes Rekordergebnis erreicht werden. Es machte sich bezahlt, dass Kühne+Nagel bereits lange vor der Pandemie in die Digitalisierung, in weitsichtige Business Continuity-Pläne, in die Kommunikation sowie in das Know-how der Teams investiert hatte. Als im Frühjahr 2020 weite Teile der Erde in den Shutdown gingen, konnte Kühne+Nagel in weniger als einer Woche 45.000 Angestellte in das mobile Arbeiten versetzen – ohne nennenswerte Probleme.

Von zentraler Bedeutung war die Praxistauglichkeit der langjährigen Unternehmensstrategie von Kühne+Nagel – das Zusammenspiel von Kunden, Technologie sowie Kolleginnen und Kollegen. Detlef Trefzger sagt: „Im vergangenen Jahr haben wir unter Beweis gestellt, was den Erfolg von Kühne+Nagel ausmacht: Innerhalb kürzester Zeit haben wir unser Geschäft dem volatilen Marktumfeld angepasst.“ Die Gruppe entwickelte schnell auf das „New Normal“ zugeschnittene Dienstleistungen, passte ihre Kostenstruktur an und schloss die Restrukturierung des Kontraktlogistikgeschäfts trotz Pandemie planmässig ab.

 

Gerade in Krisenzeiten ist Vertrauen das Bindeglied zwischen den Auftraggebern und den Abnehmern unserer Logistikdienstleistungen.

Dr. Detlef Trefzger

Verlässlicher Partner für die Impfstofflogistik

Diese Agilität war ausschlaggebend für den Zuschlag von Kühne+Nagel bei der weltweiten Logistik für Covid-19-Impfstoffe. Innerhalb kürzester Zeit hatte der Konzern Lösungen entwickelt, sowohl für die grossen Impfstoffhersteller wie Moderna als auch für Abnehmer auf der letzten Meile, wie das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen oder den Kanton Zürich in der Schweiz. Basis dafür war die langjährige Aufbauarbeit des Pharma- & Healthcare-Geschäfts.

Auch bei der Impfstofflogistik kann die Kühne+Nagel-Gruppe ihre systemrelevante Rolle unter Beweis stellen. Die Grundlage für dieses Leistungsversprechen: Das bewährte, transportübergreifende Pharma & Healthcare-Netzwerk von Kühne+Nagel mit weltweit über 240 zertifizierten Standorten in der Luft-, See- und Landfracht sowie der Kontraktlogistik. „Wir haben in kürzester Zeit verschiedene Lösungen für die Impfstofflogistik entwickelt. Zunächst haben wir dafür gesorgt, dass die Rohstoffe der Vakzine und Hilfsmittel wie Spritzen kurzfristig am richtigen Ort sind. Nun schauen wir, dass der Impfstoff sicher von der Fabrik bis zum Endverbraucher gelangt“, sagt Detlef Trefzger.


Nachhaltiges Wirtschaften

Trotz der Einschränkungen der Pandemie hat Detlef Trefzger ein weiteres wichtiges Projekt vorangetrieben: Kühne+Nagel bis 2030 komplett klimaneutral zu machen. Ein erstes, wichtiges Etappenziel wurde bereits Ende 2020 erreicht, mit der CO2-Neutralität für alle eigenen direkten Emissionen. Damit nimmt Kühne+Nagel im Logistiksektor eine Vorreiterrolle ein. Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das nur über das gemeinsame Wertefundament erreichbar ist, das Kühne+Nagel ausmacht. Denn: „Nachhaltigkeit ist eine Aufgabe der Gesellschaft, bei der jede und jeder Einzelne Verantwortung übernehmen muss.“